Blogdesign Tipps #9

15.März 2006

Der vorletzte Teil der Serie soll sich der Beitragsfrequenz widmen. Ziehen Blogs, die täglich mehrmals etwas neues bringen tatsächlich mehr Leser an? Oder könnte gar das Gegenteil der Fall sein, wenn die Leserschaft mit Beiträgen überschüttet wird? Nehmen wir zum Beispiel BoingBoing. 20 und mehr neue Einträge pro Tag sind keine Seltenheit und auch wenn der Blog sich wohl kaum über eine zu geringe Fangemeinde beschweren kann ist es doch fraglich, ob eine allzu hohe Beitragsfrequenz immer förderlich ist.

Die Frage nach der Beitragsfrequenz geht wohl in den meisten Fällen einher mit einem Zeitproblem. Auch wenn man mehr schreiben möchte, man schafft es oft der Zeit wegen nicht. Auf diese Weise versickern leider viele, viele Ideen im Sand.

Ideenmangel

Wer viel schreiben möchte braucht viele Ideen und das ist zumeist leichter gesagt als getan. Bei der Vielzahl an Blogs ist vieles schon gesagt und auf die Dauer kann es wohl kaum eine Strategie sein einfach den Inhalt von anderer Blogger wiederzugeben. Auf der anderen Seite beobachtet man hin und wieder Blogs, die auf Teufel komm raus 5 (ich spinne eine Zahl zusammen) Beiträge am Tag bringen wollen und dabei unterm Strich wenig bis nichts sagen. Wenn man nichts zu sagen hat sollte man sich auch nicht zwingen Artikel zu bringen, weil das Ergebnis allzu oft Textschnippsel minderer Qualität sind und damit ist keinem gedient. Der treue Leser verzeiht auch mal eine kleine Ruhephase. Das ist immer noch besser, als wenn zwar 5 Beiträge zu lesen bekommt, aber über den Inhalt nur den Kopf schütteln kann.

Die Leser

Kommen wir mal zum eingangs schon erwähnten Beispiel BoingBoing. Ich habe diesen Feed auch abonniert, allerdings schlage ich regelmäßig die Hände überm Kopf zusammen, wenn ich früh morgens mal schnell einen Blick zu Bloglines werfe und wie heute bereits 21 ungelesene Beiträge für BoingBoing zu buche stehen. Das Ergebnis ist, dass ich die lediglich die Überschriften “scanne” und wenn nix Interessantes für mich dabei ist geh ich zum nächsten Feed. Es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, dass aufgrund zu hoher Beitragsfrequenz sich der Leser übersättigt abwendet. Dieses wirklich extreme Beispiel sollte darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt immer förderlich sein muss viele Beiträge in kurzem Zeitraum zu bringen.

Jeder Blogger kennt wohl allerdings das Problem. Manchmal ist man an einer Stelle an der man einfach soviel schreiben könnte, dass man sich schon fragen muss, ob wichtige Beiträge durch die hohe Beitragsfrequenz nicht zu schnell nach unten rutschen und im Datennirvana verschwinden. Allerdings will man seinen Lesern manche Dinge einfach nicht vorenthalten. Den optimalen Weg aus dieser Zwickmühle gibt es wohl nicht.

Beitragslänge

Ich habs gestern im vorangegangenen Teil der Serie schon anklingen lassen, aber zur Vollständigkeit hier nochmal. Zu lange Beiträge sind oft auch ein Kriterium, warum Artikel weniger erfolgreich sind, als sie sein könnten. Wer kürzer und trotzdem qualitativ schreibt erzielt eine höhere Quantität, was sich letztlich auch positiv auswirkt.

Rythmus finden

Bei erfolgreichen Blogs kann man beobachten, dass sich ein gewisser Rythmus herausbildet, was die Beitragsfrequenz angeht auf den sich die Leser einstellen können. So lässt sich wohl auch der Erfolg von BoingBoing zumindest ein Stück weit erklären. Ich vertrete allerdings die Meinung, dass es kein richtig und kein falsch gibt. Jeder muss seinen Rythmus finden. Die hier angesprochenen Kriterien können (und sollen) allerdings als Anhaltspunkte dienen.

Bisherige Artikel der Serie Blogdesign Tipps

Gepostet um 8:45 abgelegt unter Bloggen, Blogdesign Tipps 

1 Kommentar bisher.
1. | Siegfried schrieb am 16. März 2006 um 8:35

Hi,
sowohl Beitragslänge als auch Beitragsfrequenz dürften wohl von zwei Dingen abhängen: Einmal der Persönlichkeit des Autors, und zum Anderen vom Thema. Blogs wie die von Securityfocus haben allein schon aufgrund des Themas meistens mehr als 5 Beiträge pro Tag. Und da macht das auch durchaus Sinn. Und was die Persönlichkeit des Autors angeht, ein Tip: Schreib, wenn Du was zum Schreiben hast, andernfalls lass es sein. Egal, ob dabei 10 oder mehr Beiträge am Tag rauskommen oder vielleicht nur einer alle 5 Monate. Wenn es was mitzuteilen gibt, raus damit. Wenn nicht, nicht.

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