RSS - Segen oder Fluch?

07.März 2006

Nachdem ich neulich von Jörgs Selbstversuch gelesen habe war ich doch sehr überrascht. Bloggen ohne RSS? Geht das heute noch? Von seinen Ergebnissen gab es noch nichts weiter zu lesen, allerdings hat es mich dazu gebracht mir mal ein paar Gedanken zum Thema RSS zu machen.

Das eigentliche Hauptproblem, dass ich sehe ist die Zeit und damit steh ich nicht allein da. Ich hab es im Rahmen meiner Blogdesign Tipps immer wieder angesprochen. Quasi jede Minute tauchen neue Blogs auf und es wird unmöglich auf dem neuesten Stand zu bleiben, wenn man jede Seite ansurfen müsste. Natürlich ist das etwas überspitzt dargestellt, da nicht jeder eine solche Vielzahl an Blogs liest. “Müsste” ist vielleicht das falsche Wort, da ich es an und für sich bevorzuge die eigentliche Seite aufzurufen, einfach weil das Flair ein anderes ist, als in einem beliebigen Reader, aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag.

Ich konnte es, als ich anfing Blogs zu lesen, nicht glauben, dass eine Rubrik Blogs in den Favoriten meines Firefox nicht ausreicht, um auf dem Laufenden zu bleiben. Sicher damals war es mehr als genug, aber eben für 15 maximal 20 Blogs. Inzwischen hat die Zahl der Blogs, die ich lese (wenn auch nicht jeden davon täglich) den dreistelligen Bereich erreicht. Nehmen wir jetzt mal an, dass davon die Hälfte täglich etwas neues schreibt. Es fehlt einem einfach die Zeit immer zu schauen, ob es etwas neues gibt und wenn ja alles zu lesen. RSS betrachte ich als den (derzeitigen) Schlüssel zu dem Zeitproblem, da man sich damit einen schnellen Überblick verschaffen kann, was es wo neues gibt. Das brigt allerdings das Problem, dass sehr viele Blogs und Beiträge, die es eigentlich verdient hätten etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen durchs Raster fallen. Deshalb ist es gerade in Zeiten von RSS & Co wichtig sich mal ein paar Gedanken zur Magie der Titelzeile zu machen. Wie seht ihr das? Alternativen?

Ich bin gespannt wie die Entwicklung in dieser Richtung in den nächsten Monaten (Jahren) voranschreiten wird. Jedenfalls glaube ich kaum, dass wir mit den derzeitigen Möglichkeiten schon alles gesehen haben. Ich würde RSS also im Moment eher als Segen betrachten.

Gepostet um 16:00 abgelegt unter Bloggen 

5 Kommentare bisher.
1. | Nick Blume schrieb am 07. März 2006 um 22:03

RSS ist für mich eine der besten Erfindungen, die es je im Web gab. Siehe auch hier. Mit RSS kannst du ja immer ähnlich wie der Ajax-Effekt neueste Infos von der Website holen, ohne viele Daten runterladen zu müssen.

2. | Björn schrieb am 07. März 2006 um 23:16

Noch Segen, bald Fluch ;-)

3. | Webmasterfind Blog schrieb am 08. März 2006 um 11:21

Erfolg nur noch mit einem Blog?…

Für die einen sind Webseiten ohne einen Blog “tote” Webseiten, die anderen hingegen haben mit Blogs nichts im Hut. Jede dieser Gruppen ist der Meinung, auf ihrem Wege zum Erfolg zu kommen. Doch betrachten wir einmal, was den Erfolg …

4. | kk-works.de » Das ist RSS schrieb am 11. März 2006 um 14:34

[…] Nach meiner RSS-Diskussion diese Woche hab ich gehäuft Zuschriften bekommen, die um eine allgemeinere Erklärung für RSS gebeten haben. Viele meinten sie hätten zwar das kleine orangene Icon im Firefox “bemerkt” sich aber noch nie so richtig Gedanken darüber gemacht. Auf mehrfachen Wunsch hin versuche ich mal RSS auf meine Weise etwas anschaulicher zu machen. Wem es auch nur annähnernd wie mir geht, der wird unzählige Seiten in seinen Favoriten im Browser seiner Wahl haben. Dabei haben sich bei mir, als ich anfing in Blogs zu stöbern, Lesegewohnheiten herausgebildet. Anfangs hatte ich eine Kategorie “Blogs” in meinen Favoriten, die noch mit 15-20 Seiten noch nicht übervoll war. So konnte ich ohne Probleme einfach die Seiten täglich durchklicken und schauen, ob es etwas neues gibt. Sobald sich die Zahl der oft gelesenen Seiten aber verdoppelt oder verdreifacht wird das ganz schnell zum Zeitproblem und das ist der Punkt, wo RSS ins Spiel kommt und einem das Leben etwas erleichtern kann. Quasi jeder Blog oder jede Seite, die zumindest regelmäßig etwas neues bietet, kommt heutzutage mit einem solchen RSS Feed daher. Das einzige, was man jetzt noch tun muss, ist sich einen geeigneten “Reader” zu besorgen, der die Feeds bei Bedarf auf Neuigkeiten prüft. Ich empfehle dabei einen Onlinereader zu verwenden, mit dem es ohne Probleme möglich ist seine Feeds zu überprüfen auch wenn man gerade mal nicht zu Hause ist. Ich nutze dafür Bloglines. Der Firefox selbst bietet für RSS-Komfort die Livebookmarks, die auf jeden Fall einen Test wert sind. Es ist wirklich einfach. Man meldet sich an und kann dann direkt per Suchfeld eine URI der Seite angeben über deren Updatestatus man informiert bleiben möchte. In Sekundenschnelle erscheint dann eine Übersicht mit den angebotenen Feeds der Seite und man brauch nichts weiter zu tun als subscribe zu drücken. Fertig. Auf diese Weise ist es einem möglich seine Favoriten um ein Vielfaches zu erweitern und man braucht trotzdem nichts zu verpassen. […]

5. | MiFoMM » RSS - Newsweek nutzt Feedburner schrieb am 14. März 2006 um 12:58

[…] Lesegewohnheiten im Zusammenhang mit RSS-Feeds wurden bereits hier, hier und hier diskutiert … […]

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